Autor Thema: Zu hohe Androgene durch AGS, Nebennierenprobleme oder durch zuviel Sport?  (Gelesen 566 mal)

Mai 10, 2019, 09:52:22 Vormittag
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Iglu

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Hallo ihr lieben Leute,
ich bin neu hier und die Diagnose AGS ist bei mir noch gar nicht gestellt worden. Symptome sind aber schon vorhanden, die dazu passen würden, also vermehrte Körperbehaarung im Gesicht, Brust, Bauch, Beinen,..etc... Ich wollte hier mal gucken, ob ich hier ein paar nähere Informationen dazu bekomme. Also zu meinem Fall. Ich bin jetzt 36 Jahre alt,weiblich, kinderlos, obwohl schon fast 10 Jahre verheiratet und noch nie verhütet. Ich habe zu hohe Androgene, niedrige Östrogen- und Progesteronspiegel und es ist jetzt 10 Jahre bekannt dass ich Hashimoto habe, könnte aber auch schon länger sein. Meine Schilddrüse hält sich aber immernoch stabil, sodass ich keine Schilddrüsenhormone nehmen muss. Mit 18 war ich mal bei einem Endokrinologen, da meine Regel da seit drei Jahren schon ausblieb. Vorher war sie zwar da, aber auch sehr unregelmäßig. Mal zwei Monate nicht, dann drei Monate nicht, ...usw. Ich muss aber dazu sagen, dass ich damals wohl magersüchtig war und sehr viel Sport getrieben hatte, meistens Joggen. Deshalb gingen die Ärzte wohl davon aus, dass es daran lag. Was ja auch sein kann. Damals hatte ich auch schon hohe Androgenwerte, Östrogenmangel und Progesteronmangel, dazu einen schweren Eisenmangel. Da mein Cortisolwert aber in der Norm war, schließen sie ein Late Onnset-AGS aus. Dazu schrieben sie, dass ich wohl eine hypothalamisch bedingte Ovarialinsuffizienz hätte und eigentlich Hormone in Form von Antibabypille oder ähnlichem nehmen sollte. Habe ich aber nicht genommen, Und ich glaube, man hat auch gar nicht mit mir darüber gesprochen.
Mittlerweile bin ich nicht mehr untergewichtig und viel Sport mache ich auch nicht mehr, aber meine Androgenwerte sind immer weiter gestiegen und Östrogen und Progesteron wohl etwas mehr, aber immernoch niedrig. Cortisol war im Speicheltagesprofil auch wenig und dieses OH-17-Progesteron lag bei 1. Die genauen Werte werde ich hier vielleicht nochmal rein setzen. Ich wollte jetzt demnächst den Arzt nach diesem ACTH-Stimulationstest fragen.
Ich frage mich jetzt, ob mein Hormonsystem durch meinen übertriebenen Sport und die Mangelernährung während der Pubertät auf Dauer gestört sein könnte? Oder normalisiert sich der, wenn die Umweltbedingungen sich verändern? Und es ist eher was anderes?
PCO glaube ich nicht, denn es wurden nie Zysten in meinen Eierstöcken gefunden. Und bei Ovarialinsuffizienz eher unwahrscheinlich. Vielleicht Nebenniereninsuffizienz? Müde bin ich schon sehr oft.
So, ich würde mich über Antworten von Euch freuen.
LG Iglu

Mai 13, 2019, 09:44:37 Vormittag
Antwort #1

Jenjen84

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Guten Mogen Iglu!

Du schreibst, dass bei dir bereits die Diagnose "hypothalamisch bedingte Ovarialinsuffizienz" besteht. Diese Diagnose würde bedeuten, dass dein hormoneller Schiefstand durch den Hypothalamus bedingt ist, und nicht durch andere Organe wie die Eierstöcke oder die Nebennieren.

Aber mal ganz generell: PCOS ist eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, du kannst auch PCOS haben, wenn du keine Zysten auf den Eierstöcken hast.
Hier ist das ganz gut erklärt unter "Diagnostik":
https://www.lecturio.de/magazin/pco-syndrom/#symptomatik

Ich denke schon, dass ein Hormonsystem durch Mangelernährung dauerhaft außer Takt geraten kann.

Jenny

Mai 13, 2019, 03:03:44 Nachmittag
Antwort #2

Iglu

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Hurra, endlich eine Antwort!!  ;D Danke schonmal. Bei der hypothalamischen Ovarialinsuffizienz würde ich mich nicht festlegen. Das kann auch vom Arzt geraten sein. Richtig untersuch wurde das, soweit ich mich erinnern kann nicht. Weiß nicht woran er das fest macht. Untersucht wurde nur die Schilddrüse, (Sono, Blut), Annamnese (Gespräch) und Blutabnahme. Oder ist das einfach im Blut zu erkennen?
Das AGS würde bei mir aber einiges erklären. Ich hatte und habe des Öfteren diese Seborrhoe, vor allem auf dem Kopf, mit Kopfjucken, Schuppen, teilweise Krusten, Stress vertrage ich nicht gut, Pfüfungsangst, werde dann hypernervös und tolpatschig, könnte an einer gestörten Cortisolstoffwechsel liegen, ebenso vertrage ich keinen Koffein, bin allgemein antriebslos, habe eine tiefe Stimme, eben die Haare im Gesicht und Co. Und verhalte mich nicht immer wie eine Lady!  ;D

Mai 14, 2019, 08:00:00 Vormittag
Antwort #3

Jenjen84

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Guten Morgen Iglu!

Darüber, wie man eine hypothalamische Ovarialinsuffizienz erkennt, weiß ich nichts.

Also ich habe keine Seborrhoe, keine Prüfungsangst, bin nicht tolpatschig oder nervös, bin nicht antriebslos, habe keine tiefe Stimme....

Was sagen denn deine Hormonwerte? Welche Androgene waren erhöht?

Mai 14, 2019, 09:25:49 Vormittag
Antwort #4

Iglu

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Welche genau weiß ich nicht. Hier meine Werte:
Östradiol 77,2 pg/ml ( 0-400)
Progesteron 0.408 (0-34)
Andostrendion 3,67 (0,3-3,5)
Androgenindex 1.926 (0-3.5)

Außerdem:
ACTH 15,2 pg/ml Norm: 0.0-46.0
Cortisol 11.3 ug/ml Norm: 5-25
DHEA-S 249 ug/dl Norm 35-430
FSH 4.3 mlU/ml Norm: 1.2-153
LH 5.34 mlU/ml Norm: 0-77

Testosteron 24.2 ng/dl Norm 0-73
17-OH-Progesteron 1.0 (0.2-2.9)

Cortisolspeicheltest:
morgens um 8uhr:

2.37 ng/ml. Norm: 1,9-14,6ng/ml

nachmittags um 16uhr

0,62 ng/ml Norm (mittags): 0,8-5,7ng/ml

Abends 23 uhr

0,47 ng/ml. Norm: 0,7-4,4 ng/ml

Tolpatschig bin ich halt nur in Stresssituationen, das kann aber auch andere Gründe haben. Ich habe eigentlich keine richtige Prüfungsangst, nur bin ich komischerweise in Prüfungen immer schlechter wie sonst.


« Letzte Änderung: Mai 14, 2019, 09:33:06 Vormittag von Iglu »

Mai 14, 2019, 11:27:04 Vormittag
Antwort #5

Jenjen84

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Gut, so wirklich richtig aussagekräftig ist das jetzt nicht.
Dein Androstendion ist zu hoch. Androstendion wird schon in den Nebennieren produziert, kann bei Frauen dennoc haber auch aus den Eierstöcken kommen.

Wäre zum Androstendion der AMH erhöht oder vielleicht der Nüchternblutzucker, ginge es in Richtung PCOS.

Wäre zum Androstendion der ACTH niedrig oder 17OHP zu hoch, wäre es AGS. Dein Cortisol-Tagesverlauf spricht ein klein wenig für AGS, aber so richtig unterhalb der Norm ist der nicht. Hier hätte der 17OHP vielleicht mehr Aussagekraft gehabt. Alleine von Cortisol ausgehend hättest du auch einfach ienen schlechten Tag haben können....

Lange Rede, kurzer Sinn: Du solltest einen Endo finden, der da ein bisschen weiter schaut mit dir.

Mai 14, 2019, 11:33:19 Vormittag
Antwort #6

asie

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Hallo,

Deine Symptome und Laborwerte deuten nicht wirklich auf ein AGS hin.

Stress vertragen viele Menschen nicht gut, ebenso haben zig Menschen Prüfungsangst.

AGS hat nichts mit Koffeinunverträglichkeit zu tun und deine dermatologischen Probleme können viele andere Ursachen haben.

Den Raubbau an deinem Körper wirst du sicherlich nicht mehr vollständig los.

Alles weitere wäre spekulativ und sollte von einem Endokrinologen untersucht werden, evtl. auch eine Zweitmeinung.

Alles Gute

Anne

Mai 14, 2019, 11:37:10 Vormittag
Antwort #7

Iglu

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Ja ich bleibe da auf jeden Fall dran. Ist nur schwer einen fähigen Arzt zu finden. Werde erstmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Der soll sich auch gut mit dem Hormonsystem und den Nieren auskennen.
Und ich verlange nach diesem ACTH-Stimulationstest. Danach ist das 17OH Progesteron auch oft erst erhöht. Zudem gibt es auch Formen des AGS's wo dieser Wert nicht erhöht ist und beim late-Onnset-Ags müssen die Cortisol-und Aldosteronwerte ja auch nicht auffällig sein.
Wenn Ich vermute aber, dass mein Hausarzt nicht der letzte Arzt ist, den ich aufsuchen werde.
Habt ihr einen Tipp für einen guten Arzt?
« Letzte Änderung: Mai 14, 2019, 12:19:30 Nachmittag von Iglu »

Mai 14, 2019, 12:23:39 Nachmittag
Antwort #8

Jenjen84

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Ist nur schwer einen fähigen Arzt zu finden. Werde erstmal mit meinem Hausarzt darüber sprechen. Der soll sich auch gut mit dem Hormonsystem und den Nieren auskennen.

Ich denke nicht, dass sich ein Hausarzt mit Hormonen auskennen sollte.
Zudem hat AGS nichts mit Nieren zu tun, sondern mit den Nebennieren. Den ähnlichen Namen haben diese 2 Organe nur aufgrund der Position im Körper.

Danach ist das 17OH Progesteron auch oft erst erhöht. Zudem gibt es auch Formen des AGS's wo dieser Wert nicht erhöht ist
Mir ist keine Form von AGS bekannt, wo der 17OHP im Stimulationstest nicht erhöht ist. Genau das macht ein AGS ja aus.

Mai 14, 2019, 01:29:12 Nachmittag
Antwort #9

asie

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Das 17OH ist bei AGS immer erhöht. Sonst ist es keines.

Ohne einen Spezialisten aufgesucht zu haben, ist eine gesicherte Diagnose nicht möglich. Und damit meine ich sicherlich nicht den Hausarzt.
Im Ernstfall musst du ein paar hundert KM fahren, um zu einem fähigen Endokrinologen zu kommen.
Abgesehen davon ist das Labor nur ein Teil, dazu kommt die Klinik und der Gentest. Erst wenn alles gemacht ist, steht die Diagnose.

Mai 14, 2019, 02:00:19 Nachmittag
Antwort #10

Iglu

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Doch es gibt Formen, wo das nicht erhöht ist. Ich stelle hier mal einen Link rein.

https://www.med4you.at/laborbefunde/lbef3/lbef_hydroxyprogesteron.htm

Ja ich weiß, dass der Hausarzt da vielleicht nicht der beste Ansprechpartner ist, aber erstmal bespreche ich das mit ihm. Im Hashimoto Forum hatte man mir schon Frau Dr. Leveke Brakebusch aus Konstanz empfohlen. Da müsste ich dann aber ganz schön weit fahren. Aber vielleicht mache ich das. Die hat wohl auch ein Hashimoto Buch geschrieben. Hier ist noch ein Link.

https://www.amboss.com/de/wissen/Adrenogenitales_Syndrom



« Letzte Änderung: Mai 14, 2019, 03:21:21 Nachmittag von Iglu »

Mai 14, 2019, 06:01:34 Nachmittag
Antwort #11

asie

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Die Seite des ersten Links ist völlig veraltet (aus 2005) und damit auch in Frage zu stellen, da die Medizin deutlich weiter ist.

Es gibt keine AGS'ler ohne erhöhtes 17OH!!! Außerdem muss der Wert immer in Abhängigkeit mit anderen Werten gesehen werden, sonst macht es keinen Sinn.

Mai 14, 2019, 11:06:13 Nachmittag
Antwort #12

Iglu

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